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Küchenmaschine als „All-in-one“-Gerät – Sinn und Unsinn

Bereits die erste Küchenmaschine in Deutschland, die berühmte „Neuzeit I“ aus dem Hause Bosch, setzte ein Zeichen für die Multifunktionalität. Seither hält der Trend zu einem Universalgerät an und neue Modelle der Küchenmaschinen werden mit immer mehr Funktionen ausgestattet. Welche Vorteile diese Entwicklung bringt und warum trotzdem nicht jede Hausfrau oder Hausmann mit einem All-in-one Gerät glücklich werden – mit diesen Fragen beschäftigt sich der folgende Beitrag.

„All-in-one“ – was ist damit gemeint?

Die „Neuzeit I“ von Bosch konnte viel: reiben und schneiden, schlagen und mixen. Doch selbstverständlich war diese Küchenmaschine bei Weitem nicht imstande, alle Arbeiten zu erledigen, die in der Küche anfallen. Kneten und kochen, garen und Hackfleisch herstellen – diese Aufgaben konnte eine Hausfrau an ihre Küchenmaschine nicht delegieren. Auch ein Hausmann hätte es nicht geschafft. Des Weiteren wird im Beitrag von einer Hausfrau gesprochen, begeisterte Köche unter den Männern werden um Nachsicht gebeten und sollen sich immer mit gemeint fühlen!

All-in-one soll also ein Gerät ein, das im Idealfall alle Arbeiten, die in der Küche anfallen, auf hohem Niveau erledigen kann. Dieses Gerät würde alle anderen Küchengeräte, und davon gibt es heute eine ganze Menge, in sich vereinen und überflüssig machen. Ein All-in-One Gerät soll neben den „klassischen“ Funktionen einer Küchenmaschine auch rühren und kneten, mixen, entsaften und selbstverständlich auch kochen und garen können. Damit blieben vielleicht nur noch Zubereitung vom Kaffee und Toasts ausgeschlossen. Insgesamt wäre ein solches Gerät zu einer Küche „en miniature“ geworden. Die Küche wäre, mit anderen Worten, überall dort, wo diese multifunktionelle Küchenmaschine steht.

All-in-one Küchenmaschine bereits Realität?

Auf den Markt kommen Küchenmaschinen, die immer vielseitiger sind. Dabei versuchen Designer, optisch ansprechende Geräte zu schaffen, die trotz Multifunktionalität nicht wie Monster-Roboter aussehen. Was sind die erfolgreichsten Allrounder unter den Küchenmaschinen und mit welchen Aufgaben können sie beauftragt werden?

Bosch hat mit der Serie MUM 8 einen guten Allrounder geschaffen – solche Küchenmaschinen wie MUM 86 können schnell in einen Standmixer, Fleischwolf oder Rühr- und Knetmaschine umgewandelt werden. Standmixer- und Rührschüssel müssen oben auf dem Gerät angebracht werden, was diese Küchenmaschine nicht nur etwas unhandlich macht, sondern auch ihrer Optik keinen Gefallen tut.

Das Thermomix von Vorwerk ist dagegen sehr kompakt, wenn nicht gesagt klein – das Volumen des Rührtopfes beträgt lediglich zwei Liter. In diesem Topf werden auch alle Gerichte zubereitet, es gibt keine weiteren externen Aufsätze, außer dem Varoma fürs Dampfgaren. Thermomix macht also im Vergleich mit MUM 86 und anderen Küchenmaschinen aus dieser Serie einen Schritt weiter und schließt eine wichtige Funktion ein. Dieses Gerät kann nämlich die Lebensmittel erhitzen und ist zum Kochen geeignet. Den gleichen Weg geht das englische Unternehmen Kenwood mit seiner Küchenmaschine „Cooking Chef“. Dieses Gerät ist im Vergleich zu Thermomix weniger kompakt, denn z.B. der Standmixer-Aufsatz wird oben auf der Küchenmaschine angebracht. Dank der Induktionstechnologie kann der „Cooking Chef“ unterschiedliche Gerichte zubereiten, die Temperatur ist flexibel einstellbar. Es gibt auf dem Markt weitere kochfähige Küchenmaschinen, z.B. Mycook All-in-One von Jupiter. Mit solchen Geräten, die mit ihren Preisen um 1.000,- Euro in der oberen Kategorie liegen, kann eine Hausfrau ein Drei-Gänge-Menü zubereiten, ohne den Herd einzuschalten, es sei denn, ein Kuchen steht auf dem Programm. All-in-one Küchenmaschinen sind somit bereits Realität, einige Abstriche sollen freilich noch gemacht werden.

Vorteile von Allroundern

Multifunktionalität ist das Grundprinzip einer Küchenmaschine und ihr Hauptmerkmal. Ein Gerät statt mehreren ist platzsparend und günstig. Teure „kochende“ Küchenmaschinen sind hier ebenfalls mit gemeint, wenn sie den Herd ersetzen und mit einem preisgünstigen Mini-Backofen kombiniert werden. Ein Allrounder macht die Küche mobil, so dass eine Küchenmaschine jeden Raum mit Strom- und Wasseranschluss zu einer Küche macht. Für moderne flexible Menschen ist dieser Ansatz ideal.

Vorteile in Kürze:

  • Kompakt und platzsparend
  • Relativ günstig
  • Flexibel und mobil

Nachteile von einem All-in-one Gerät

Was ist, wenn eine Hausfrau nicht alle Geräte braucht, um leckere Mahlzeiten zu kochen? Es kann z.B. sein, dass Hackfleisch fertig gekauft wird oder eine Familie sich fleischlos ernährt. In diesem Fall ist ein Fleischwolf überflüssig. Durchaus möglich ist außerdem, dass auch die Knet-Maschine nur selten benötigt wird, denn Kuchen werden nur an großen Feiertagen gebacken. Diese Funktionen sind aber im Preis des Geräts inklusive, somit wurde für die Küchenmaschine zu viel bezahlt.

Ein anderes Problem: Kochfähige Küchenmaschinen ersetzen nur ein Kochfeld, ein moderner Herd ist aber in der Regel mit vier Kochfeldern aufgerüstet. Wenn also eine Hausfrau gerade eine Suppe kocht, wird sie mit dem Spargel warten müssen, auch den Teig für den Kuchen kann sie erst später kneten lassen. Der Kochvorgang wird dadurch verlangsamt – oder ist doch eine extra Knetmaschine fällig.

Weiterhin können die Allrounder unter den Küchenmaschinen nur selten als kompakt bezeichnet werden, durch unterschiedliche Aufsätze werden die Geräte recht ausladend und nehmen viel Platz ein.

Nachteile in Kürze:

  • Nicht in jedem Haushalt werden alle Geräte verwendet
  • Zubereitung von Speisen kann verlangsamt werden, denn nicht alle Funktionen können gleichzeitig eingesetzt werden
  • All-in-one Geräte werden mit jeder Zusatzfunktion weniger kompakt

Fazit

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass der Trend zur Multifunktionalität bei den Küchenmaschinen sehr praktische und sinnvolle Geräte hervorgebracht hat. Bevor sich eine Familie auf den Kauf von einem Allrounder einigt, soll gründlich überlegt werden, ob alle Funktionen regelmäßig verwendet werden. Wenn die Frage, ob eine kochfähige Küchenmaschine den Herd ersetzen wird, nicht positiv beantwortet werden kann, dann lohnt sich der Kauf vermutlich doch nicht. Je kleiner die Küche, je mobiler der Mensch, desto sinnvoller erscheint Erwerb von einem Allrounder, vorausgesetzt, es besteht ein Wunsch, sich abwechslungsreich und gesund zu ernähren.

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